Meran (323 m) - Südtirol

Meran ist ein weltbekannter Kurort und liegt in einem schön gelegenen Talkessel, in den der Vinschgau, das Etsch- und das Passeiertal einmünden.
Diese besondere geographische Lage, ist der ausschlaggebende Grund für ihr typisch mildes Mittelmeerklima. Diese klimatischen Bedingungen ermöglichen das Wachstum einer Vielzahl von subtropischen und mediterranen Pflanzen in den großzügig angelegten Meraner Parkanlagen; auch wenn Sie den berühmten Tappeinerweg entlang spazieren oder sich gerade auf einer Bank der herrlichen Promenaden Merans ausruhen, kann man Zypressen, Palmen und Kakteen bewundern.
Als man aus Meran einen Weltkurort machte, wurde der Stadtkern jedoch wesentlich verändert. Dennoch kann man auch heute noch viele Spuren der alten Hauptstadt Tirols wiederfinden. Die mittelalterliche Stadtkern Merans hatte sich bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts erhalten.
Sehenswürdigkeiten in Meran
Meran wurde zu einem der bekanntesten und am meisten besuchten Kurorte Europas.
Aufgrund ihrer guten Luft wurde und wird die Kurstadt auch heute noch, nicht nur von Lungen- und Magenkranken besucht, da die lebhafte und blühende Kurstadt die richtige Alternative zu den anonymen und traurigen Großstädten Mitteleuropas darstellt.
Die sonnigen, nebelfreien und regenarmen Wintermonate waren genau das Richtige für vielen Tuberkolosekranken.
Der berühmte Meraner Herbst ist der Zeitpunkt der Traubenkur, die schon seit länger bekannt ist.
Das Schmuckstück der Meraner Architektur war und ist mit Sicherheit noch immer das auf der Passerpromenade errichtete Kurhaus. Die Errichtung dieses Gebäudes war eine der Sternstunden in der Geschichte der Stadt.
Das Meraner Kurbad Thermen liegt im Zentrum der Stadt. Das Heilwasser des Kurbades enthält Radon und wird in zahlreichen Therapien eingesetzt.
Längst der rechten Passerufers erstreckt sich im Stadtzentrum die Passerpromenade mit ihren kunstvoll arrangierten Palmen und Blumenbeeten. Der wohl bekannteste Spazierweg der Stadt, der Tappeinerweg, verläuft auf dem Zenoberg auf einer mittleren Meereshöhe von 380 m längs der Ost-West-Achse der Passerstadt. Er beginnt in der Laurinstraße in Gratsch und endet vier Kilometer weiter in der Zenobergstraße, durch die der Weg mit der Gilfpromenade verbunden wird. Man hat die Wahl zwischen der Winterpromenade am orographisch rechten Passerufer und der Sommerpromenade am orographisch linken Passerufer. Die Gilfpromenade erstreckt sich vom "Steinernen Steg" bis hin zur Passerschlucht, die von der Zenoburg überragt wird. Die Gilfpromenade wurde 1871 geplant.
Das Stadttheater verkörpert alle Ideale des Münchner Jugendstils.
Das im Jahr 1900 gegründete Stadtmuseum weist eine große, aus dem Burggrafenamt stammende archäologische Sammlung auf. Das einzigartige Frauenmuseum gehört zu einer der interessantesten Dauerausstellungen der Kurstadt.
Die 1909 im Jugendstil errichtete Postbrücke, verbindet den Sandplatz mit der Heiliggeistkirche. Zwischen dem Bozner Tor und dem Passerufer gab es früher eine natürliche Flußwindung, in der sich der Passersand ablagerte. Aus diesem Grund nannte man den dort errichteten Platz Sandplatz.
Von den vier Stadttoren, die einst den Zugang in das Stadtinnere ermöglichten, sind uns heute noch drei erhalten. Außerdem sind an den Seiten des Passeirer Tores Reste der alten Stadtmauer zu sehen, die gegen Ende des 13. Jahrhunderts erbaut wurde.
Meinhard II, Graf von Tirol, ließ in der Mitte des 13. Jahrhunderts die Laubengasse errichten, die den Pfarrplatz mit dem Kornplatz verbindet. Solange Meran die Hauptstadt Tirols war, wickelten sich unter den Lauben der Handel und das Handwerk ab; danach nahm die Viehhaltung deren Platz ein. Ab dem 14. Jh. unterteilte man die Lauben in die flußseitigen "Wasserlauben" und die bergseitigen "Berglauben".
Der sich in Untermais befindende Pferderennplatz gehört zu den größten Sehenswürdigkeiten Merans und zu den schönsten und bekanntesten Europas.
Die Kirchen von Meran
Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Nikolaus, dem Patron der Kinder, Händler, Seemänner, Unternehmer und Fuhrmänner geweiht. Unmittelbar hinter der Meraner Stadtpfarrkirche errichtete man die ehemalige Gebein- und Friedhofskapelle des erst 1848 aufgelassenen, alten Friedhofes von Meran. Die Kapelle wurde 1450 der Heiligen Barbara geweiht und ist ein zweistöckiger Bau mit achteckigem Grundriß gotischen Stils.
Die Ursprünge der aus dem 12. Jh. stammenden Maria-Trostwallfahrtskirche liegen zeitlich wahrscheinlich noch viel weiter zurück. Die romanische Kirche und deren Kirchturm im lombardischen Stil wurden im Laufe der Jahrhunderte einigen architektonischen Veränderungen unterzogen und 1614 fast komplett umgebaut.
Außerhalb der Stadtmauern ließ Meinhard II. im Jahr 1271 das ehemalige Spital mit der dazugehörigen Spitalskirche errichten (Heiliggeistkirche).
1310 wurde das Klarissinnen-Kloster gegründet und noch im selben Jahrhundert weihte man im Kloster die Marienkirche ein. 1782 wurde das Kloster aufgehoben und das Gebäude zu einem Wohnhaus umgestaltet.
Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist dem Heiligen Nikolaus geweiht und wurde im historistischen Stil geplant und gegen Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. An der unteren Passerpromenade scheint die Zeit im Jahre 1900 stehengeblieben zu sein. In einem gepflegten und idyllischen englischen Garten stehen dort die Evangelische Kirche. Im Jahr 1901 wurde im ehemaligen "Greutendamm" die jüdische Synagoge errichtet.
Die Landesfürstliche Burg
Das kleine, zentral gelegene Landesfürstliche Burg wurde 1470 durch Erzherzog Sigmund von Österreich ausgebaut. Wahrscheinlich verwendete der Fürst die kleine Stadtburg als Erholungsort für kürzere Zeitabschnitte.
