Prettau (1475 m) - Ahrntal - Südtirol

Prettau im Ahrntal

Prettau im Ahrntal ist die nördlichste Gemeinde Südtirols. Die Geschichte dieser Hochgebirgsgemeinde ist eng mit dem Kupferbergbau einerseits und mit der Lage an früher viel benützten Übergängen andererseits verbunden.

Nach der Auflassung des Kupferbergwerkes wurde als Nebenverdienst schon Ende des vorigen Jahrhunderts die Spitzenklöppelei eingeführt.

Die Kirche von Prettau wurde um 1489 erbaut, später verlängert; innen spielerisches Netzgewölbe, im wesentlichen neugotisch eingerichtet.

Die älteste Kirche im Gebiet der Großpfarre Ahrn ist das Heilig-Geist-Kirchlein am Ende des Tales. Erbaut wurde es vermutlich um 800.

Der Schaustollen St. Ignaz

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In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Erbstollen zum Schaustollen ausgebaut. Die alte Grubenbahn wurde erneuert, sodass die Besucher auf zwei umgebauten alten Mannschaftswaggons einfahren können.

Der Ahrner Kupferbergbau

Der Abbau von Kupfererz in Prettau erlebte im 16. Jh. eine Hochblüte und hat das Tal wesentlich geprägt. Die Anfänge des Kupferbergbaues reichen vermutlich in die vorgeschichtliche Zeit zurück. Danach ist das Bergwerk aber für viele Jahrhunderte in Vergessenheit geraten. In 1479 soll der Betrieb aber schon so gut ausgebaut worden sein.

Neben dem Landesfürsten waren auch zeitweise die Bischöfe von Brixen und andere Interessenten an den Schürfungen beteiligt. Im Jahre 1535 schlossen sich dann alle Beteiligten zur "Ahrner Gewerkschaft" zusammen, die im Laufe der Jahrhunderte mit seinen Schmelzhütten, durch das Straßenwesen, durch die Wirtschaft und vor allem mit den "Steinernen Häusern" im Dorfzentrum von Steinhaus das Ahrntal wesentlich geprägt.

Von 1568 an waren lange Zeit die Wolkensteiner Inhaber des Bergwerkes. Im Jahre 1676 Stephan Wenzel zu Sternbach aufkaufte das Bergwerk. Es wurden viele neue Stollen ausgebaut und eröffnet. Man benötigte eine Unmenge von Holz; sehr viel Wald wurde abgeholzt, was eine Verschlechterung des Klimas zur Folge hatte.

Das Verwaltungszentrum des "Ahrner Handels" befand sich in Steinhaus, dessen Name von den großen steinernen Häusern dieser Gewerkschaft abzuleiten ist. Das Prettauer Kupfer galt als das beste in Europa und wurde vor allem ins Ausland verkauft. In Mühlegg wurde ein eigenes Berggericht unterhalten.

Mit der wirtschaftlichen Blüte des Kupferbergbaues im Ahrntal wuchs auch der Bedarf an bergmännischen Fachkräften. Hunderte von deutschen Facharbeitern wurden nach und nach als Bergknappen in Prettau und Arzbach (St. Johann - dort befanden sich die Schmelzanlagen) beschäftigt.

Die Schmelzanlagen des Bergwerkes befanden sich am Arzbach in St. Johann. Die Erzzieher mussten einen gefährlichen und beschwerlichen Weg oberhalb der Kirche von St. Peter zurücklegen. Deshalb bemühte sich der "Ahrner Handel" um gute Verkehrswege.
Im Jahre 1878 wurden die Schmelzanlagen in St. Johann durch eine grosse Mure zerstört. In der Nähe des Eingangsstollen in Prettau erbaute man einen neuen Schmelzofen, der aber nur kurze Zeit in Betrieb war. Das Bergwerk musste nämlich im Jahre 1894 wegen Unrentabilität geschlossen werden.